30.04.11

Demonstrationen in Burkina Faso

Seit zwei Monaten geht Burkina Faso durch eine Welle von Demonstrationen der Arbeiter, der Schüler, sowie Meutereien von Soldaten, die sowohl bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen fordern, als auch eine bessere Führung.

Es waren die Arbeiter, in einer Koalition gegen das « vie chère“ (das teure Leben) unterstützt von Schülern und Studenten, die seit Anfang des Jahres 2011 eine Serie von Demonstrationen über das ganze Land verteilt organisiert hatten, gegen den Kaufkraftverlust und für eine gute Verwaltung

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, waren die Demonstrationen am 22. und 23. Februar, ausgelöst durch den Tod des Schülers Justin ZONGO im Polizeigewahrsam in Koudougou, der nach einer Vernehmung gefoltert worden sein soll.

Ausgehend von Koudougou haben diese Demonstrationen von Schülern und Studenten sich wie ein Buschfeuer über das ganze Land ausgebreitet. Dabei wurden Symbole des Staates, Staats-, sowie Privateigentum und vor allem Polizeikommisariate angegriffen.

Nach den Schülern und Studenten nehmen die Soldaten den Stab auf, indem meuternde Soldaten ausgehend von Garnisonen in Ouagadougou gegen verschiedene Entscheidungen der Justiz gegen ihre Kameraden protestieren und diese Unruhen auch auf andere Städte, wie Kaya, Tenkodogo, Fada N’Gourma, Gaoua, Pô, Dédougou übergriffen.

Diese Meutereien wurden von Plünderungen von privaten Händlern, Verwüstungen im Justizpalast und den Behausungen von einigen Politikern und führenden Militärs begleitet.

Zu Beginn haben die Soldaten behauptet, der Anlass sei die Befreiung ihrer Kameraden, die aus traditionellen Gründen verhaftet worden waren.  Aus diesen traditionellen Gründen wurden dann Forderungen, die körperliche Bedürfnisse betreffen (Wohnungsgeld, tägliche Nahrung usw.)

In Folge der Demonstrationen von Militär und Schülern hat der burkinische Präsident, Blaise Compaoré sich mit den verschiedenen sozialen Gruppen in Burkina, darunter die Vertreter der Armee, getroffen, um sich mit ihnen über die verschiedenen Forderungen auszutauschen und eine geeignete Lösung zu finden.

Am Ende dieser Unterredungen, als alle dachten, dass das Problem gelöst sei, gab es am 14. und 15. April eine neue Meuterei, dieses Mal durch die Präsidentengarde. Diese Meuterei führte zur Verwüstung der Wohnungen ihrer Vorgesetzten, neuerliche Plünderungen in Geschäften und privaten Häusern.

Der Präsident hat daraufhin die Regierung aufgelöst, und verschiedene Veränderungen an der Spitze der nationalen Armee durchgeführt. Seither wurde über das gesamte Land eine Ausgangssperre von 19 bis 6 Uhr morgens verhängt.

Einige Verletzte durch Querschläger und einige Todesfälle wurden angezeigt. Ein neuer Premierminister mit Namen Luc Adolphe TIAO wurde ernannt. Er war bisher burkinischer Botschafter in Frankreich. Die neuen Regierungsmitglieder wurden am 21. April bekannt gegeben. Die Hauptaufgabe dieser Regierung wird es sein, den Frieden und die Zufriedenheit im Land wieder her zu stellen.

 

Die derzeitige nationale Situation hat natürlich auch die Aktivitäten des ODE beeinflusst. Die Angestellten, die unterwegs waren, sahen sich plötzlich von Soldaten verfolgt, die ihr Auto für ihre Meuterei beschlagnahmen wollten. Doch Gott sei Dank, haben wir bisher kein Auto verloren. Außerdem mussten wir unsere Arbeitszeiten anpassen um unsere Mitarbeiter nicht durch die Ausgangssperre in Gefahr zu bringen. Deshalb arbeiten wir abends bis 17 Uhr statt bis 18 Uhr bis die Ausgangssperre aufgehoben wird. Unsere Fahrten zu den Projekten wurden aus Vorsicht eingeschränkt.

Wir bitten Euch dass ihr weiterhin für den Frieden in unserem Land betet, damit die Anstrengungen, die wir für die Entwicklung unseres Landes unternehmen nicht durch Krisen zunichte gemacht werden.

Pasteur Etienne BAZIE

Secrétaire Exécutif